Wenn die Stimmung kippt in Thailand

Noppharat Thara Beach, Krabi

Thailand zählt immer noch als eines der beliebtesten Länder in Südost Asien. Für Urlauber oder aber auch für Auswanderer oder Rentner, die in dem tropischen Land gerne ihren Lebensabend verbringen wollen.

Dazu kommt, das besonders die Deutschen gerne immer wieder an den gleichen Urlaubsort fahren, über Jahre. Da kennt man alles, es gibt wenig Überraschungen, also auch keine Negativen.

Aber wehe wenn da mal was so richtig schief geht oder wenn man, aus welchen Gründen auch immer, gezwungen wird, diesen ewigen Kreislauf zu brechen.

Dann fliegt man mal in ein anders Land und stellt plötzlich fest, das es sich dort auch ganz gut aushalten lässt.

Wenn einem Thailand auf die Nerven geht…

Als ich vor nunmehr 29 Jahren, als frischgebackener Tauchlehrer nach Thailand ging, habe ich damals einem anderen Ausländer seine kleine Tauchbasis auf Koh Samui abgekauft.

Natürlich ist man da immer skeptisch und man muß aufpassen, dass man nicht über’s Ohr gehauen wird. So kam auch von mir bald die Frage, warum er den Laden überhaupt verkaufen will.

Die Antwort war überraschend! Er sagte, er könne die Thais nicht mehr sehen und hören und er käme mit dem thailändischen Alltag und der Kultur nicht mehr klar.

Ich habe das damals so hingenommen aber richtig geglaubt habe ich es nicht. Wie konnte man freiwillig das Paradies verlassen wollen? Ein paar Jahre später aber wusste ich, was mein Vorgänger meinte, denn mir ging es ähnlich.

Good Bye Deutschland

Gestern Abend dann eine weitere Folge von Good Bye Deutschland auf VOX. Dabei ging es unter anderem um die Familie Knöttgen, die nach einigem hin und her von Koh Samui nach Mallorca umziehen wollte.

Obwohl geschäftlich offensichtlich erfolgreich, hatte man von Thailand einfach die Faxen dicke. Die Insel erschien plötzlich zu klein und an einer Stelle viel auch der Ausdruck: Es ist ein Dreckloch!

Thailand durch die rosarote Brille

Wenn unsereins neu nach Thailand kommt, erscheint zunächst immer alles positiv! Die Thais sind freundlich, das Essen hervorragend und die Lebenshaltungskosten gering. Es lässt sich gut leben in Thailand.

Aber wehe, wenn man für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss und in Thailand ein Geschäft eröffnet. Dann geht es los mit Neid und Zwietracht, mit Unzuverlässigkeit und Abzocke. Und das negative Empfinden wir immer schlimmer, je mehr die eigenen Reserven schrumpfen.

Die meisten Urlauber oder Rentner und andere Auswanderer, die in Thailand nur Leben aber nicht arbeiten müssen, kennen diese Probleme eher nicht. Sie empfinden es aber als lästig, wenn die Behörden immer mehr Probleme machen und immer neue Auflagen für das Visum erfinden, die nur die wenigsten (Rentner) erfüllen können.

Was sagen die Urlauber zu den vielen Baustellen? Na ja, die bauen halt gerade… muss ja auch mal sein. Kein Wort über den Dreck und Sand, der über all auf der Straße liegt. Kein Wort über wilde Müllkippen, überall in der Landschaft oder stinkendes schwarzes Wasser, das mitten über den Strand fließt.

Good Bye Thailand

Dieses Jahr sind wir mit dem Gedanken hergekommen, eventuell unsere Zelte gegen Ende der Saison in Thailand abzubrechen und in der nächsten Saison mal etwas ganz anderes zu machen. Vielleicht mal wieder auf die Philippinen, Gran Canaria oder sonst wohin, wo es im Winter warm ist und man zumindest mit dem Visum keine Probleme hat. Ein bisschen Schnee in Deutschland wäre nach nunmehr schon wieder 20 Jahren auch mal wieder ganz nett…

Wenn die Stimmung für Thailand also erst einmal gekippt ist, wird es schwer, das Negative zu unterdrücken. Plötzlich sieht man die ganzen Nachteile, die Thailand eben auch mit sich bringt.

Der Verkehr auf den Straßen erscheint auf einmal lebensbedrohlich, es nerven die Visa Auflagen und die Abzocke bei den Eintrittspreisen in die Nationalparks, die mal eben das 10fache dessen betragen, was die Einheimischen zahlen müssen.

Ist die Stimmung also erst einmal gekippt, wird es schwierig, den Effekt wieder umzudrehen. Außerdem wird man ja auch älter und so langsam wird die Zeit knapp, um vielleicht irgendwann noch einmal zurück zu kommen. Bei mir wäre das dann Thailand 4.0!

Thailand braucht sich um all diese Sorgen nicht zu kümmern, denn der ständige Besucherstrom reißt nicht ab. Jeden Tag landen tausende potenzielle neue Glücksritter in Thailand. Und Touristen, die nur für ein paar Tage oder Wochen hierher kommen, sind ja eh besser als die vielen Expats, die die Behörden mit ihren ständigen Visa-Anträgen und Rapports auf Trapp halten (müssen).